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Licht, Liebe und Lebendigkeit – φως αγάπη ζωή

von Selim Oezkan

 

Gott ist das Licht der Himmel und der Erde. Sein Licht ist gleich einer Nische, in der sich eine Lampe befindet. Angezündet wird die Lampe von einem gesegneten Ölbaum, der weder östlich, noch westlich ist, dessen Öl beinahe leuchten würde, auch wenn das Feuer es nicht berührte.

– Aus dem Koran (Sure 24:35)

 

Das geistige Herz

Das Herz ist sowohl das organische als auch das esoterische Zentrum im Menschen. Von unserem Herzen, gehen am Tag 100.000 elektromagnetische Impulse aus, welche sich durch die quantenphysische Matrix unserer Umwelt bewegen. Diese von unseren Herzen ausgehenden Schwingungen, überlagern sich, und bilden ein Netz feinstofflich-emotionaler Informationen, durch die alle Menschen untereinander verbunden sind.

[...] wenn dein Herz weise ist, so freut sich auch mein Herz

– Aus dem Tanach

Sowohl das Herz als auch die Sonne bilden ein Zentrum in diesem System. Und da unser Leben von den Sonnenzyklen und dem gesunden Kreislauf in unserem Körper abhängt, bilden Herz und Sonne sozusagen eine esoterische Allegorie auf das “was die Welt im Innersten zusammenhält - beide haben einen Kreislauf, emittieren magnetische Strömungen und befördern durch ihr inneres ein besonderes Metall: Das Eisen - Baustoff des Gerüsts im Mikrokosmos und Makrokosmos (Eisen hat im chemischen Periodensystem der Elemente als Ordnungszahl die 26, was exakt dem Zahlenwert der Gematrie des unaussprechlichen Namen Gottes entspricht, dem Tetragrammaton).

In der west-östlichen Mystik ist das geistige Herz, das konzentrierte Zusammenspiel spirituellen, organischen und seelischen Wirkens in der fein- und grobstofflichen Körpermitte. Dieses geistige Herz erhält die Einheit im Menschen aufrecht. In ihm verbinden und trennen sich das transzendentale (Brahman) und das individuelle Selbst (Atman) in ständigem Kreislauf - solange, wie durch die geheimnisvolle "silberne Seelenschnur" unser Körper mit dem göttlichen Selbst verbunden bleibt.

Geistiges HerzFür das Transzendentale steht das nach oben weisende Dreieck (das göttliche Dreieck der christlichen Mystik bildet sich aus Vater, Sohn und heiligem Geist). Als Symbol steht es für das Element Feuer.
Für das Individuale steht das nach unten weisende Dreieck (menschliches Dreieck - Geist, Seele und Körper), dessen Anordnung das alchemistische Wasser symbolisiert.
In Vereinigung bilden diese beiden Dreiecke ein Hexagramm (Sechsstern), durch welches die Vereinigung der zeugenden und empfangenden Wirkprinzipien symbolisiert wird. Da Feuer und Wasser zwei alchemistische Gegenspieler sind, wird aus dem statischen Hexagramm ein lebendiges System. In der indischen Geheimlehre wird dem Herz-Chakra (Anahata) das Hexagramm symbolisch zugeordnet - denn auch im Herzen haben wir zwei Kammern, die nur getrennt voneinander zusammenspielen - ebenso muss, wollen wir Wasser erhitzen, es vom Feuer getrennt werden.

Kristall des Lichts und der Liebe

Im Mineralreich bilden sich gemäß dieser Wirkungen zwei edle Steine: der Diamant aus dem Kohlenstoff (Ordnungszahl 6 im Periodensystem der chemischen Elemente), welcher in der Erde in hexagonaler Struktur kristallisiert. Und das Gold, dem sechsten Metall der chaldäischen Reihe, das aus dem Sonnenlicht in der Erde gedeiht. Nicht allein wegen ihrer besonderen physikalischen und chemischen Eigenschaften, stehen Diamant und Gold für Perfektion. Sie sind in der Mystik Allegorien auf das Edle, auf die Reinheit des Körpers und des Geistes, welche beide durch das geläuterte, weise Herz harmonisiert werden.

Wie Dein Herz ist, so wird Dein Leben sein

– Aus den gnostischen Sextussprüchen

Brust und Bauch

Das Zwerchfell sitzt im Körper zwischen Brust und Bauch und trennt das zirkulatorische System (Herz, Lunge, Solarplexus) vom Verdauungssystem (Magen, Leber, Galle, Nieren und Gedärme). Es senkt sich beim Ausatmen und hebt sich beim Einatmen. Im Atemzyklus entspricht der Scheitelpunkt nach dem Einatmen dem Brahman (Weltseele), der Scheitelpunkt nach dem Ausatmen dem Atman (Individualseele).

 

YHVH Tetragrammaton Jahve

Das in der Brust erzeugte geistige Licht wird in die Umgebung durch die Atembewegung ausgesendet (Atman und Atmen sind vom indogermanischen Wortstamm miteinander verwandt). Auch unsere Erde vollzieht diesen Vorgang in ihrem Umlauf um die Sonne an den Sonnenwenden im Winter (einatmen) und im Sommer (ausatmen).

Seelenvögel

In der religiösen Mystik, versinnbildlicht die weiße Taube den Seelenvogel des lebendigen Geistes. In der ägyptischen Religion ist es der Ba-Vogel, der für die Belebung des Leibes zuständig ist, und den Körper nach dem Tod verlässt.

Im Christentum ist die selbe Taube ein Symbol für die Christus-Energie des heiligen Geistes, die mit der Taufe im Jordan durch den Propheten Johannes, Jesus zum Christus machte.
Dieser heilige Geist ist Teil der Trinität - die Dreizahl ist die Zahl der Schwingung und der Lebendigkeit. Man kann auch die Schöpfungsgeschichte in Genesis 1-2 als einen Vorgang des schöpferischen Zusammenwirkens dreier, sich gegenseitig ergänzender, göttlicher Wirkprinzipien betrachten - in der jüdischen Geheimlehre bekannt als Elohim - welche das geistige Vermögen der Wirklichkeit besitzen, und so einst die Welt erschufen und bis in die Gegenwart kontinuierlich weiterformen.
Die Elohim verkörpern drei Urbilder: das Selbst (erster Logos), die Reflexion (zweiter Logos) und das Verhältnis von Selbst und Reflexion (dritter Logos) - Licht, Liebe und Lebendigkeit.
Die Vereinigung dieser sich ergänzenden Trinität, ist der zeugende, göttliche Geist, der aus dem heiligen Namen der Ewigkeit, dem mystischen Tetragrammaton emaniert.

Lebendiger Geist

So wie es nicht möglich ist eine wilde Taube mit bloßen Händen zu fangen, so unabhängig entscheidet der göttliche Geist, wann er sich uns zuwendet oder sich von uns abwendet, was eine Korrektur unserer Seele ist. Der Austausch mit dem höheren Selbst, dem Brahman, dass sich aus jenem kabbalistischen Kräftedreieck von Kether (Krone), Chokmah (Weisheit) und Binah (Intelligenz) bildet, gründet im geistigen Herzen eine verbindende Kraft von Körper (empfangendes Prinzip), Seele (vereinigendes Prinzip) und Geist (zeugendes Prinzip).


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Da diese Kontinuität der Lebendigkeit, diese Schwingung im Einheitlichen Feld auf allen Ebenen irdischen Lebens gilt, leben diese beiden geistigen Prinzipien des Austauschs in der Göttlichkeit aller Lebewesen.
Die blättrigen Olivenzweige stehen symbolisch für die drei, den Menschen umhüllenden Bewusstseinsebenen (ätherischer, astraler und physischer Körper), denn dass Öl des Olivenbaums lässt sich auf drei verschiedene Weisen verwenden: in einer Öllampe (ätherisch), als heilender Balsam (astral) und als Nährmittel (physisch).