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Die Tabula Smaragdina Hermetis

Interpretation von Selim Oezkan

 

Sphinx - Illustrated by Selim Oezkan

I. Wahr ist, zweifellos, gewiss wahrhaftig und ohne jede Lüge.

 

II. Das was oben ist, entspricht dem was unten ist.
Und das was unten ist, gesellt sich wiederum zum Oberen,
mit dem Vermögen die Wunderwerke eines einigen Dinges zu vollbringen.

 

III. Und so wie das ganze Universum aus dem reinen Geist Gottes durch sein Wort entspringt,
so wird durch die Nachahmung der Natur alles aus diesem einigen Ding geboren.

 

IV. Sein Vater ist die Sonne, seine Mutter ist der Mond.

 

V. Der Wind trägt es in seinem Bauch. Die Erde ist seine Ernährerin.

 

VI. Dieses Ding ist der Vater aller Vollendungen der ganzen Welt.

 

VII. Seine Kraft ist am vollkommensten, wenn es sich in die Erde ergießt und sich mit ihr vereint.

 

VIII. Darum löse das Feuer aus der Erde, und scheide das Feine vom Groben, mit Verstand und liebevollem Feingefühl.
So steigt es von der Erde empor zum Himmel und wiederum zur Erde hinab um sich mit ihr zu vereinigen.
Dabei wird es veredelt, und nimmt die Kräfte der oberen und unteren Welt in sich auf.

 

IX. Mit ihm wirst Du das Licht und die Herrlichkeit der ganzen Welt erlangen
und alle Finsternis wird von dir weichen.

 

X. Dieses einige Ding ist von allen Kräften die stärkste Kraft,
denn es überwindet alles Feine und durchdringt alles Feste.

 

XI. So wurde im Ebenbild des Einigen die ganze Welt erschaffen.

 

XII. Und wenn Du auf die mitgeteilte Weise verfährst,
so kannst auch Du solch wundersame Nachahmungen bewirken.

 

XIII. Man nennt mich darum Hermes Trismegistos,
der ich die dreifältige Weisheit der ganzen Welt besitze.

 

XIV. Hiermit sei vollendet, was vom Meisterwerk der Sonne verkündet werden sollte.